Die Yetiade fand im Rahmen des Tiar (Theater in allen Räumen ZhdK) im Februar 2008 statt. Es war die Zeit der Unruhen in Tibet. Diese Gegebenheit war der Anlass für Matthias Berger und Stéphanie Maurer, Lieder von Robert Schumann mit selbst geschriebenen Texten über das armselige Leben der Yetis unter der chinesischen Herrschaft zu verändern.

Gedichte

Wenn ich in deine Augen seh

Wenn ich dein zotteliges Fell anseh,
dann schmelzet all das Eis und der Schnee.
Und wenn du kommst mit deiner Tatz,
so werd ich ganz und gar dein Schatz

Wenn ich mich roll in deine Woll,
kommt's über mich so himmelsvoll.

Ich hauch dir zu:
Ich liebe dich, so bitte kratze kratze mich.

Ich grolle nicht

Ich kratz dich nicht,
auch wenn der Floh dich sticht.
Frag nicht die ganze Zeit,
ich bin dazu nicht bereit,
ich kratz dich nicht,
ich kratz dich nicht!

Du riechst so streng
Nach einer Knoblauchzeh!
Das mag ich nicht,
das tut meiner Nase weh!
Geh ab ist Bad!!!

Ich dusche nicht,
auch wenn die Zeh dich sticht!
Das liegt doch nicht nur an mir,
nach Knoblauch stinken alle hier.

Du sitzt nur da,
und trinkst dein blödes Bier!
Vergiss nicht: du bist auch ein Yeti-Tier!
Ich dusche nicht, ich dusche nicht!

Auf einer Burg

Eng umschlungen in der Höhle,
kratzten wir uns liebevoll;
kein Gestank und keine Flöhe,
dafür einen offnen Zoll.

Rosenblüten, Kirschessenzen,
Lavendelöle, offne Grenzen;
Friedensfahnen friedlich flattern,
und die feine warme Buttermilch...

Heute kannst du's grad vergessen,
müssen täglich Knoblauch fressen,
und wir stinken bis zum Himmel,
unsere Achseln sind voll Schimmel.

Die Chinesen lachen sich ins Fäustchen,
schliessen alle Parfümhäuschen, Lhasa brennt, die Mönche rennen, nur wir armen Yetis stinken.